Es gibt viele Krankheiten und ein paar möchte ich hier erwähnen.
Auch sind da Tips dabei wie man helfen kann.
Achtung das ersetzt Keinen Tierarzt, wenn das Ninchen was hat bitte sofort zum Tierarzt gehen!
A
Abszesse
Atemwegserkrankungen
Augenerkrankungen
B
Blasen-/Nierenerkrankungen
D
Durchfall
E
E. Cuniculi/Encephalitozoonose
F
Fell- und Hautveränderungen
H
Hitzschlag
K
Kaninchenschnupfen
Kastrieren
M
Magen-Darm-Erkrankungen
R
RHD - Chinaseuche
T
Tumore
V
Vergiftung
Z
Zahnerkrankungen
Zwangsernährung
Abszesse:
Unter der Haut von Ninchen können sich Abszesse bilden, die als Verdickung erkennbar und ertastbar sind.
Die Ursache für Abszesse können kleine Verletzungen oder Narben, in die Bakterien eingedrungen sind.
Durch die Bakterien entstehen eitrige Entzündungen, und es bilden sich eitergefüllte Kapseln.
Abszesse kommen häufig im Bereich des Halses und Kiefers vor.
Kieferabszesse werden meistens durch Zahnfehlstellungen verursacht.
Durch extrem lange Zähne entstehen erst Verletzungen und Entzündungen im Rachenraum und schließlich Abszesse.
Der Tierarzt kann einen Abszess entfernen oder spalten.
Bei der Spaltung wird der Abszess aufgeschnitten und der Eiter durch Herausdrücken entfernt.
Anschließend wird die Abszesshöhle täglich gespült, bis der Abszess vollständig von innen nach außen abgeheilt ist.
Eine parallele Behandlung mit einem Antibiotikum wird in Absprache mit Ihrem Tierarzt durchgeführt.
Atemwegserkrankungen:
Erste Anzeichen für eine Erkrankung sind häufiges Niesen, Nasenausfluss, Nahrungsverweigerung, eine starke Flankenatmung und Atemnot.
Ob es sich um eine Erkältung, den Kaninchen-Schnupfen, oder eine Lungenentzündung handelt, kann nur der Tierarzt nach einer Begutachtung sagen.
Meistens ist eine antibiotische Behandlung nötig, damit die Tiere wieder gesund werden.
Häufige Auslöser sind:
Augenerkrankungen:
Bei Kaninchen treten nicht selten Verletzungen am Auge (der Hornhaut, des Augapfels und des Lides) auf.
Ursache können z.B. Rangordnungskämpfe mit Artgenossen und Einspießungen von Stroh/Heu sein.
Häufige Erkrankungen des Auges sind Entzündungen des Tränennasenkanals (als Folge von Schnupfenerkrankungen und Zahnproblemen),
Abszesse hinter dem Augapfel (verursacht durch Zahnprobleme) und Trübungen des Auges (z.B. bedingt durch Diabetes mellitus oder eine Infektion mit E. cuniculi).
Eine Entzündung des Auges erkennen Sie an milchig-wässrigem Ausfluss und Verklebungen des Fells im Bereich des Auges.
Auch ein Hervorstehen oder Anschwellen des Auges ist ein Hinweis auf eine Erkrankung.
Handelt es sich um eine infektiöse Veränderung des Auges, wird das Kaninchen mit einem Antibiotikum in Form von Tropfen oder einer Salbe bzw. eines Gels behandelt
Blasen-/Nierenerkrankungen:
Erste Anzeichen sind:
Mögliche Erkrankungen sind z.B. eine bakterielle Infektion der Blase und, oder Niere und Blasensteine.
Bei einer Infektion wird das erkrankte Tier antibiotisch und mit einem Schmerzmittel behandelt;
es sollte warm gehalten werden und viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Blasensteine werden durch ein Überangebot
von Kalzium verursacht und müssen meist operativ entfernt werden.
Durchfall:
Flüssiger Durchfall weist auf eine Infektion hin, Colibaktieren oder auch Kokzidien sowie Spulwürmer lösen so einen Durchfall aus.
Auch kann eine Futterumstellung oder Futterunverträglichkeit schuld sein. Durch zu viel Grün (Salat) kann es auch durch vermehrten
Durchfall kommen. Ein paar Tage nur ne Heukur und es müsste wieder gehen.
Neues Futter nur immer erst testen und immer eines pro Woche, so sieht man gleich wie es vertragen wird!
E. Cuniculi/Encephalitozoonose:
Die Encephalitozoonose („Sternguckerkrankheit“) ist eine durch den Einzeller Encephalitozoon cuniculi hervorgerufene parasitäre Erkrankung, die in Europa vor allem Kaninchen befällt. Andere Stämme des Erregers verursachen eine Erkrankung bei Altweltmäusen und Hundeartigen. Die Encephalitozoonose kommt vor allem bei immungeschwächten Tieren vor. Sie ist eine potenzielle Zoonose und kann, wenn auch sehr selten, ebenfalls bei immunschwachen Menschen auftreten. Die Erkrankung wurde erstmals 1922 von Wright und Craighead beschrieben.
Der Erreger befällt vor allem die Niere und das Gehirn. Letzteres zeigt sich in neurologischen Störungen, wobei eine Kopfschiefhaltung das häufigste Symptom ist. Mit dem Antiparasitikum Fenbendazol lassen sich der Erreger und damit Neuinfektionen bekämpfen. Beim Auftreten klinischer Erscheinungen muss die Therapie durch Gabe von Antibiotika und unterstützende Maßnahmen erweitert werden, die Heilungsaussicht ist dann unsicher.
Erreger und Vorkommen
Encephalitozoon cuniculi ist ein nur in Zellen höherer Organismen (obligat intrazellulär) lebender Einzeller aus der Gruppe der Mikrosporidien. Wie alle Mikrosporidien handelt es sich um einen eng mit den Pilzen verwandten Organismus mit Zellkern und Zellmembran (Eukaryot), dem aber einige Zellorganellen wie beispielsweise Mitochondrien fehlen. Das Genom ist mit 2,9 Millionen Basenpaaren, die nur knapp 2000 Proteine kodieren, außerordentlich klein. In Säugetieren befällt der Parasit die Zellen der Niere, des Gehirns und anderer Organe. Außerhalb seines Wirts überlebt der Einzeller in Form einer 2 µm großen Spore, die das infektiöse Dauerstadium darstellt.
Je nach Hauptwirt werden drei verschiedene Stämme von Encephalitozoon cuniculi unterschieden, wobei Kaninchen für alle drei empfänglich sind:
In Europa spielt vor allem der Kaninchenstamm (Typ I) eine Rolle, der weltweit vorkommt. Bisherige Studien fanden bei gesunden Tieren Antikörper bei 7 bis 52 % der Hauskaninchen.Diese Seroprävalenz zeigt jedoch nur, dass die Tiere mit dem Erreger Kontakt hatten und ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit noch in sich tragen. Zu einer Erkrankung kommt es aber nur bei einer zeitweisen Störung des Immunsystems, z. B. nach Virusinfektionen. Bei neurologisch erkrankten Hauskaninchen beträgt die Seroprävalenz bis zu 85 %. Das Erregerreservoir stellen vermutlich Wildkaninchen dar, bei denen die Seroprävalenz zwischen 4 und 25 % liegt, andere Hasenartige sind offenbar nicht Träger des Erregers.Die Encephalitozoonose ist mittlerweile die häufigste Infektionskrankheit bei Hauskaninchen.
Encephalitozoon cuniculi Typ II (Mäusestamm) ist vor allem für Altweltmäuse krankheitsauslösend und wurde bislang nur in Europa nachgewiesen. Die Seroprävalenz beträgt bei wildlebenden Ratten und Mäusen zwischen 3 und 4 %, in den Laborhaltungen kommt der Erreger durch die hohen Hygienestandards praktisch nicht mehr vor. In Skandinavien wurden auch tödlich verlaufende Infektionen mit diesem Typ bei Farmfüchsen beobachtet.
Encephalitozoon cuniculi Typ III (Hundestamm) ist vor allem in Nordamerika und Südafrika verbreitet, befällt vorwiegend Hunde und ist für diese vermutlich der einzige potenziell krankheitsauslösende (pathogene) Stamm. In Zoos wurden weltweit auch Infektionen bei Halbaffen beobachtet.
Antikörper gegen den Encephalitozoon cuniculi lassen sich bei vielen Säugetieren nachweisen. Berichte über menschliche Erkrankungen beschränken sich auf immunsupprimierte und AIDS-Patienten, wobei vermutlich nur der Kaninchen- und der Hundestamm potenziell gefährlich sind.In der Ostslowakei betrug die Seroprävalenz 5,7 %, bei Menschen mit Immundefekten sogar 37,5 %.Bei Pferden liegt die Seroprävalenz zwischen 14 % und 60 %.
Infektionsweg und Krankheitsentstehung
Die häufigste Art der Übertragung scheint die orale Aufnahme der vor allem über den Urin ausgeschiedenen Sporen zu sein. Eine Übertragung des Erregers von der Mutter auf die Feten vor der Geburt (intrauterin) ist ebenfalls möglich.Nach der Aufnahme der Sporen wird der Erreger im Darm von Fresszellen (Phagozyten) aufgenommen und mit ihnen über die Blutbahn verteilt.
Die Infektion löst normalerweise keine Erkrankung aus. Der Wirt reagiert auf ein Eindringen des Erregers mit einer Immunreaktion, die durch zytotoxische CD8(+) T-Zellen vermittelt wird.
Zu einem Krankheitsausbruch kommt es unter Umständen erst Jahre nach der Infektion bei einer Störung des Immunsystems. Der Erreger besiedelt bei Kaninchen dann vor allem die Nieren, wo er eine chronische Nierenentzündung mit Proliferation oder Atrophie des Epithels der Nierentubuli verursacht. Im Gehirn und den Hirnhäuten kommt es erst bei chronischer Infektion zu einer eitrigen Entzündung (Meningoenzephalitis) mit Vermehrung (Gliose) der Astrozyten und Lymphozyteninfiltrationen um die Blutgefäße.Bei Tamarinen wurden darüber hinaus auch Herzmuskel-, Leber-, Lungen-, Skelettmuskel- und Netzhautentzündungen nachgewiesen.Bei immunsupprimierten Mäusen zeigte sich eine nichteitrige, lymphozytäre Meningoenzephalitis mit Untergang von Neuronen und Astrogliose.Pferde können eine nekrotisierende Entzündung des Mutterkuchens (Plazentitis) entwickeln.
Symptome
Encephalitozoonose als phakoklastische UveitisDie klassischen Symptome einer Encephalitozoonose bei Kaninchen sind neurologische Störungen wie Schiefhals (Torticollis), meist in Kombination mit Augenzittern (Nystagmus), Störungen der Bewegungskoordination (Ataxie), steifer Gang, Lähmungen und Krämpfe. Tiere mit starker Gehirnaffektion drehen sich im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf nicht selten unkontrolliert um ihre eigene Längsachse und können sich dabei schwer verletzen. Die Krankheit kann sich aber auch in Form einer Niereninsuffizienz oder einer Linsentrübung und Entzündung der mittleren Augenhaut nach Ruptur der Linsenkapsel (phakoklastische Uveitis) manifestieren. Vor allem bei Außenhaltung besteht bei neurologischen Störungen aufgrund der eingeschränkten Bewegungsmöglichkeit und damit der Körperpflege die Gefahr eines Fliegenmadenbefalls.
Bei Hunden und Füchsen äußert sich eine Encephalitozoonose in Nierenversagen und zentralnervösen Erscheinungen, die der Staupe ähneln.Derartige Erkrankungen wurden bei Hunden bislang nur in Afrika und den Vereinigten Staaten beobachtet, während Erkrankungen bei Füchsen auch in Skandinavien auftraten.
Bei anderen Tieren sind die Krankheitssymptome zumeist unspezifisch und eine Encephalitozoonose wird erst bei der pathologischen Sektion entdeckt. Bei Halbaffen treten Totgeburten und plötzliche Todesfälle bei Jungtieren auf.Bei Pferden ist die Bedeutung des serologischen Nachweises noch nicht geklärt: Encephalitozoon cuniculi kann Aborte auslösen, wird aber auch im Zusammenhang mit Koliken und neurologischen Störungen diskutiert.Die Symptome bei immunsupprimierten oder HIV-infizierten Menschen werden im Abschnitt „Gefahr für den Menschen“ dargestellt.
Diagnosestellung
Die Diagnose ist am lebenden Tier nicht sicher zu stellen.
Bei der klinischen Diagnosestellung handelt es sich immer um eine Verdachtsdiagnose. Da viele Hauskaninchen den Erreger in sich tragen, ohne daran zu erkranken, gibt eine serologische Untersuchung auf Antikörper (India-Ink Immunoreaktion, Titerbestimmung durch indirekte Immunfluoreszenz) gegen den Erreger zwar einen Hinweis auf eine stattgefundene Ansteckung, ob die bestehenden Symptome aber dadurch bedingt werden, muss per Ausschluss anderer Erkrankungen abgeklärt werden. Bisher gibt es keine Untersuchungen darüber, ob der Antikörpertiter in Abhängigkeit zu einer gerade bestehenden, akuten Erkrankung ansteigt. Kaninchen, die sich bereits im Mutterleib infiziert haben, weisen meist keine Antikörper auf, da der Erreger nicht als fremd erkannt wird (→? Selbsttoleranz). Der direkte Erregernachweis im Urin ist infolge der kurzen und unregelmäßigen Ausscheidungsphase selten erfolgreich.
Das Leitsymptom „Schiefhals“ kann bei Kaninchen auch bei einer Entzündung des Innenohrs (Otitis interna, Haupterreger Pasteurella multocida), Listeriose, Toxoplasmose, wandernden Larven (Larva migrans) des Waschbärspulwurms, Neoplasien und Abszessen des Gehirns sowie Kopftraumen auftreten.
Eine sichere Diagnose ist nur nach dem Tod durch eine pathologische Untersuchung mit Nachweis des Erregers möglich. Er lässt sich durch Immunhistochemie oder Polymerase-Kettenreaktion (PCR) nachweisen. Eine kulturelle Anzüchtung ist möglich, aber sehr aufwändig.
Gefahr für den Menschen
Die Encephalitozoonose ist eine potenzielle Zoonose, allerdings wurden bislang nur Erkrankungen bei Menschen mit einer starken Schwächung des Immunsystems (z. B. AIDS-Patienten, Menschen mit Immunsuppression nach Organtransplantationen, Idiopathische CD4+ T-Lymphocytopenie) beobachtet. Theoretisch könnten auch Menschen mit einem schwach ausgeprägten Immunsystem (Kleinstkinder, sehr alte Menschen) empfänglich sein, allerdings gibt es dafür noch keine Hinweise.
Erkrankte Tiere haben in den meisten Fällen bereits über einen langen Zeitraum die Erreger ausgeschieden. Obwohl ein großer Teil der Heimtierkaninchen seropositiv ist, liegen bisher keine Nachweise vor, dass sich ein Mensch bei einem Kaninchen oder einem anderen Tier angesteckt hat, obwohl der Infektionsweg beim Menschen bislang nicht geklärt ist.Es gibt einen Fall einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Hundestamms bei einer Knochenmarktransplantation bei einem Morbus Hodgkin-Patienten, der daraufhin an einer Lungenentzündung verstarb.
Bei Menschen mit Immunschwäche spielen allerdings Durchfallerkrankungen infolge Infektionen mit Encephalitozoon bieneusi und Encephalitozoon intestinalis die weitaus größere Rolle, während Encephalitozoon cuniculi-Infektionen selbst bei diesem Personenkreis sehr selten sind. Die Symptome einer solchen Erkrankung reichen von Fieber, Brust-, Bauch-, Muskel- und Kopfschmerzen, Husten, Schnupfen, Durchfall, Nasennebenhöhlen- und Lungenentzündung, Binde- und Hornhautentzündung bis zum Nierenversagen.
Behandlung
Es gibt derzeit noch keine 100-prozentig wirksame Behandlung der Encephalitozoonose.
Eine Eliminierung des Erregers bei Kaninchen ist vermutlich nicht möglich, denn nicht wenige Tiere, die sich klinisch durch eine Behandlung bessern, werden zu einem späteren Zeitpunkt mit wiederholter Symptomatik vorgestellt. Die Antiparasitika Fenbendazol und Albendazol führen nur zu einer Reduktion der Erreger und können Neuinfektionen einschränken, bei klinischem Ausbruch einer Encephalitozoon-cuniculi-Infektion ist die Wirkung dagegen begrenzt. Da die Kaninchen zum Zeitpunkt des Ausbruchs der Erkrankung immungeschwächt sind, wird die Gabe eines Antibiotikums (Chloramphenicol, Gyrasehemmer, Chloroquinphosphat, Oxytetrazyklin oder Sulfonamide) empfohlen. Zur Minderung der Entzündung werden gleichzeitig auch Glukokortikoide eingesetzt. Zusätzlich sollten die Tiere, insbesondere beim Vorliegen einer Niereninsuffizienz, mit Infusionen versorgt werden. Dazu muss eine regelmäßige Kontrolle der Blutwerte erfolgen. Die Gabe eines Vitamin-B-Komplexes wird ebenfalls von einigen Autoren als unterstützende Maßnahme empfohlen. Kaninchen mit Lähmungserscheinungen sollten zusätzlich physiotherapeutisch behandelt werden, indem die gelähmten Gliedmaßen bewegt werden. Kaninchen, die nicht selbstständig Futter aufnehmen, müssen zwangsernährt werden. Lärm und Stress sind in jedem Fall vom erkrankten Tier fernzuhalten. Bei einer Erkrankung des Auges kann nur eine Entfernung des aus der rupturierten Linsenkapsel ausgetretenen Linsenproteins zu einer Heilung führen. Geschieht dies nicht, werden in der Folge immer wieder Episoden mit schweren Uveitiden auftreten.
Bei immunsupprimierten Menschen mit Encephalitozoonose wird gegen Encephalitozoon cuniculi und andere Mikrosporidien Albendazol eingesetzt. Neuere Therapieansätze sind Polyamine, Chitininhibitoren wie Nikkomycin und Fluorchinolone, bei lokalen Augenentzündungen auch Fumagillin.
Das potenzielle Risiko einer Tier-zu-Mensch-Übertragung kann durch konsequente Hygienemaßnahmen minimiert werden. Hierzu zählt neben der täglichen Beseitigung von Kot und Urin die Reinigung des Käfigs oder Geheges mit reinigenden und desinfizierenden Mitteln. Zur Desinfektion eignen sich kochendes Wasser, 2-prozentiges Lysol, 1-prozentiges Formaldehyd oder 70-prozentiger Alkohol. Nach einem Tierkontakt sollten, auch zur Reduzierung der Gefahr der Übertragung anderer Zoonosen, die Hände gründlich gewaschen werden.
Heilungsaussichten
In einigen Fällen kommt es bei Kaninchen zu einer Spontanheilung ohne Therapie.Eine klinische Heilung von Kopfschiefhaltung und Ataxien ist jedoch im Regelfall umso günstiger, je schneller mit der Therapie begonnen wird. Bestehen die neurologischen Symptome bereits länger, muss mit einer deutlich längeren Zeit bis zur vollständigen Heilung (restitutio ad integrum) gerechnet werden. Manchmal, in besonders schwerwiegenden Fällen, kann es nach Abschluss der medikamentösen Behandlung mehrere Monate dauern, bis die Kopfschiefhaltung verschwunden ist. Die Erkrankung kann aber auch zu bleibenden Schäden am Gehirn führen, so dass es zu einer dauerhaften Kopfschiefhaltung kommt. Es ist weiterhin immer mit einem Rückfall zu rechnen, aber von einer vorsorglichen, dauerhaften Gabe von Fenbendazol wird abgeraten, da der Erreger gegen den Wirkstoff Resistenzen bilden kann und die Substanz auch immunsupprimierend wirken kann.
Quelle: www.wikipedia.de
Fell- und Hautveränderungen:
Erste Krankheitssymptome, die Haut und Fell betreffen, sind:
Hierbei kann es sich z.B. um eine parasitäre Erkrankung durch Milben, Pilze, Läuse und, Flöhe, Milben und Pilze handeln.
Hauptursache von Hauterkrankungen ist mangelnde Hygiene im Gehege.
Hitzschlag:
Häufig vorkommend ist ein Hitzschlag. Kaninchen besitzen keine Schweißdrüsen und sind extrem hitzeempfindlich. Bei hohen Temperaturen und direkter Sonneneinstrahlung erleiden sie sehr schnell einen Hitzschlag. Können die Tiere der Hitze nicht ausweichen, reagieren sie zunächst apathisch. Die betroffenen Kaninchen haben eine flache, angestrengte Atmung.
Im weiteren Verlauf erleiden die Tiere einen Schock, der mit Krämpfen einhergehen kann. Als Erste-Hilfe-Maßnahme müssen die Kaninchen sofort an einen kühlen Ort gebracht werden. Dort können sie in feuchte, kühle Umschläge gewickelt werden. Durch einen Tierarzt erhalten die Tiere schnellstmöglich eine Sauerstoffzufuhr, eine Infusion und ein Breitbandantibiotikum.
Kaninchenschnupfen:
Beim Kaninchenschnupfen handelt es sich um eine ansteckende, bakterielle Erkrankung der Atemwege. Die häufigsten Erreger sind Pasteurellen, Bordetellen und Streptokokken, aber auch eine große Zahl von anderen Erregern kann die Krankheit auslösen. Oft verläuft der Kaninchenschnupfen chronisch über einen längeren Zeitraum, er kann aber auch binnen weniger Tage zum Tode führen, bzw. die Lebenszeit des Tieres drastisch verkürzen.
Infektion
Die Ansteckung erfolgt als Tröpfcheninfekt ber die Atemluft oder durch den direkten Kontakt von erkrankten mit gesunden Tieren. Auch über das Futter oder Einrichtungsgegenstände können die Keime vom Kaninchen aufgenommen werden. Jungtiere, deren Mutter erkrankt ist, stecken sich meist ebenfalls schnell an.
Auch der Mensch kann die Erreger von einem Kaninchen auf ein anderes übertragen, wenn er zuerst ein krankes und dann ein gesundes Tier streichelt. Hat man mit erkrankten Tieren zu tun, ist deshalb auf strenge Hygiene zu achten. Verwenden Sie z.B. nicht den gleichen Handfeger fr kranke und gesunde Gruppen, waschen Sie sich häufig die Hände, wechseln Sie zwischen dem Kontakt mit einer kranken Gruppe zu einer gesunden bitte Ihre Bekleidung und Ihre Schuhe.
Symptome
Häufig niesen erkrankte Tiere anfangs zunächst trocken. Das allgemeine Befinden der Tiere ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht beeinträchtigt.
Später wird das Niesen von flüssigem, zunächst klarem, später eitrigem Nasenausfluss begleitet. Das Sekret verklebt das Fell um die Nase. Da sich die Tiere mit den Pfoten diese Region ständig putzen, stellt man sehr häufig auch fest, dass das Fell hier ebenfalls verklebt ist oder bereits fehlt und die Haut wund gerieben ist.
Atemgeräusche wie Rasseln oder Röcheln können auftreten, im schlimmsten Fall fängt das Kaninchen an, durch das Mäulchen zu atmen, wenn der Schleim die Nase verstopft.
Die Erkrankung wird oft noch begleitet von entzündeten, nässenden Augen und einem verschlechterten Allgemeinzustand des Tieres. Sie werden lustlos, müde und fressen oft auch schlechter. Das Fell kann an Glanz verlieren und struppig werden.
Diagnose und Behandlung
Die Symptome sind meist so eindeutig, dass die Diagnose „Kaninchenschnupfen“ recht einfach gestellt ist.
Es gibt verschiedene Wege, den Kaninchenschnupfen zu behandeln. Bei einem milden Verlauf kann man das Immunsystem des Tieres mit speziellen immunstärkenden Mitteln unterstützen. Homopathische Mittel können bei einer leichten Erkrankung auch gute Erfolge erzielen. Bei einem schweren Ausbruch der Krankheit muss ein Antibiotikum verabreicht werden. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Tierarzt, welche Behandlung für Ihr Tier sinnvoll ist.
Zustzlich empfiehlt es sich, dem Kaninchen Pärparate zum Schleimlösen zu verabreichen und es zum Trinken zu animieren (z. B. ein Schluck Möhrensaft ins Trinkwasserser).
Durch das vermehrte Trinken wird der Schleim verflüssigt und kann besser abgehen. Unterstützend wirken zudem Inhalationen. Hierfür sollte in keinem Fall Kamillentee verwendet werden, da er die Schleimhäute austrocknet. Thymiantee oder Meersalzinhalationen lockern den zähen Schleim sehr gut.
Sie können den Schleim aus der Nase mit Babynasensaugern aus der Apotheke entfernen. Das verschafft dem Tier eine schnelle Linderung.
Frische und getrocknete Kräuter und Blüten wie Pfefferminze, Salbei, Spitzwegerich, Kamille, Fenchelkraut und –samen, Thymian, Ringelblume z. B. stärken das erkrankte Tier zusätzlich.
Oftmals werden Abstriche aus der Nase des Tieres empfohlen, um den Schnupfenerreger zu bestimmen. Die Erfahrung zeigt leider, dass diese Abstriche oft zu verfälschten Ergebnissen führen, da nicht alle Erreger in der Nase sitzen. Ein tiefer Abstrich aus den oberen Atemwegen verspricht mehr Erfolg, ist aber auch nicht völlig zuverlässig und kann nur unter Narkose entnommen werden.
Impfung
Es gibt bereits mehrere Impfstoffe, die einen Schutz gegen den Kaninchenschnupfen bieten sollen. Von solchen Impfungen ist jedoch abzuraten, da sie nur einzelne Erreger abdecken und somit keinen umfassenden Schutz bieten. Häufig wurde zudem noch beobachtet, dass gerade die Impfung zu einem Schnupfenausbruch gesunder Tiere führte.
Chronischer Schnupfen – was jetzt?
Leidet ein Kaninchen unter Schnupfen, so kann dieser immer wieder ausbrechen. Dies geschieht vor allem dann, wenn das Immunsystem durch viel Stress oder andere Erkrankungen geschwächt ist. Um die Intervalle zwischen den Schnupfenschüben zu verlängern, empfiehlt es sich, das Immunsystem mit geeigneten Mitteln zu stärken. Beginnt das Tier wieder stark zu schnupfen, sollte der Tierarzt aufgesucht werden.
Zu Tieren, die mit Kaninchenschnupfen infiziert sind, sollte kein gesundes Kaninchen vergesellschaftet werden. Leider sind erkrankte Tiere deshalb oft aus Unwissenheit zu einem Leben in Einzelhaft verdammt. Dies ist unnötig. Auch schnupfende Kaninchen müssen einen Partner haben. In einem solchen Fall sollte ein ebenfalls an Schnupfen erkranktes Tier gesucht werden. In vielen Tierschutzvereinen sitzen zahlreiche schnupfende Kaninchen, die auf ein schönes Zuhause warten. Es lohnt sich, dort nachzufragen!
Für Kaninchen, die an chronischem Schnupfen erkrankt sind, empfiehlt sich die Außenhaltung. Das Gehege sollte allerdings ausreichend gegen Zugluft gesichert sein. Vielen Schnupfenkaninchen bringt das Leben in Außenhaltung eine Linderung ihrer Symptome. Bei Wohnungshaltung sollte man auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit achten. Hierfür eignen sich elektrische Luftbefeuchter oder feuchte Handtücher. Bitte verwenden Sie keine Schalen, die auf die Heizung gestellt werden. In ihnen bilden sich binnen Stunden unsichtbare Pilzsporen, die in der Luft umherwirbeln.
Kastrieren:
Weibchen können je nach Entwicklungsstand ab einem Alter von vier Monaten kastriert werden, Männchen, sobald ihre Hoden im Hodensack fühlbar sind. Das ist ab einem Alter von 12 Wochen möglich. Nach der Kastration sollten die Tiere ca. drei Tage auf sauberen Tüchern gehalten werden, damit keine Einstreu in die Operationswunde gelangen kann. Achtung ein zeugungsfähigen Rammler muss nach der Kastration extra gehalten werden da er noch ca. 5 Wochen danach zeugen könnte. Seine Spermen sind da nämlich in den Samenleitern
Leider besteht ein Narkoserisiko
Ein Wermutstropfen ist jedoch mit der Kastration verbunden: das Narkoserisiko. Es ist bei Kaninchen leider höher als bei Hund und Katze. Um das Narkoserisiko zu verringern, sollten Sie Folgendes beachten. Im Gegensatz zu anderen Tieren dürfen Kaninchen auf gar keinen Fall nüchtern operiert werden. Am besten, Sie füttern die Tiere vorher mit gutem Heu. In den ersten Stunden nach der Operation während des Narkosenachschlafs müssen die Tiere außerdem warm gehalten werden, bis sie völlig wach sind, denn sie kühlen leicht aus.
Magen-Darm-Erkrankungen:
Kaninchen leiden häufig an Störungen des Magen-Darm-Traktes. Bei einer Verstopfung setzen die Tiere nur noch kleine Kotkügelchen oder überhaupt gar keinen Kot ab. Die Tiere stellen das Fressen ein und zeigen Schmerzen an. Durchfallerkrankungen sind zu erkennen an breiigem/flüssigen Kot und einer kotverklebten Anogenitalregion.
Häufige Ursachen für Störungen des Magen-Darm-Traktes sind:
RHD - Chinaseuche:
Die RHD (Rabbit Hemorrhagic Disease) ist eine virale Infektionskrankheit. Der Erreger wird durch den Kontakt mit erkrankten Tieren, kontaminiertes Grünfutter, stechende Insekten und verseuchte Gegenstände (Schuhe, Kleidung etc.) übertragen. Typische Symptome sind plötzliche Apathie, Inappetenz, Atemnot, blutiger Nasenausfluss und blutiger Urin. Meist verläuft die RHD aber so rasant, dass der Halter keine Symptome feststellt. I.d.R. versterben die Tiere an hochgradigen inneren Blutungen, ohne dass äußerliche Veränderungen aufzuweisen sind.
Eine Behandlung gegen RHD ist nicht möglich. Eine Erkrankung verläuft immer tödlich. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Kaninchen (auch bei Wohnungshaltung) regelmäßig geimpft werden. Bei Jungtieren und Tieren, die zum ersten Mal geimpft werden, ist eine Grundimmunisierung sinnvoll. Bei Jungtieren kann eine Erstimpfung ab der sechsten Lebenswoche durchgeführt werden. Eine zweite Impfung wird etwa drei bis vier Wochen nach der Erstimpfung vorgenommen. Die Impfung gegen RHD wird einmal jährlich wiederholt.
Tumore:
Umfangsvermehrungen an Kopf und/oder Hals, des Magens, der Gebärmutter, im Anogenitalbereich etc. sind für den Halter nicht immer sofort erkennbar. Bei einer Umfangsvermehrung kann es sich um einen Abszess, aber auch um einen Tumor handeln. Besonders häufig sind Gebärmuttertumoren. Eine tumoröse Vergrößerung der Gebärmutter lässt sich bei Häsinnen ab einem Alter von etwa vier Jahren beobachten. Aber auch jüngere Weibchen erkranken an Gebärmuttertumoren. Lassen Sie Ihre Häsinnen daher bei jedem Tierarztbesuch (z.B. beim Impfen) vorsorglich untersuchen (durch Abtasten, Ultraschall und/oder Röntgenaufnahmen der Gebärmutter). Als Prophylaxe raten einige Tierärzte inzwischen zur frühzeitigen Kastration von Häsinnen. Die Kastration eines weiblichen Kaninchens sollte allerdings nur von einem erfahrenen Tierarzt durchgeführt werden.
Vergiftung:
Starkes Speicheln, Mattigkeit, Aufgasung, übelriechender Kot
Bei einer Vergiftung kann es je nach giftegrad sehr schnell gehen. Auch weißt ein wackliges verhalten das immer ärger wird wo die Hinterbeine stark schwanken auf eine Vergiftung hin. Wenn es zu einen art epileptischen Anfall kommt zählt dann schon jede Sekunde!
Sofort zum Tierarzt!!!
Zahnerkrankungen:
Kaninchen leiden häufig unter Fehlstellungen der Schneide- und/oder Backenzähne. Ist beispielsweise der Oberkiefer etwas verkürzt, stehen die unteren vor den oberen Schneidezähnen. Bei dieser Zahnstellung ist kein Abrieb der Zähne möglich, sodass die Zähne weiterwachsen. Bei einer Fehlstellung der Backenzähne wiederum entwickeln sich scharfe Spitzen, die zu Verletzungen im Maul führen. Fehlgestellte Zähne und Spitzen können von einem Tierarzt gekürzt und abgeschliffen werden. Zahnanomalien sind häufig erblich bedingt. Aber auch eine falsche Fütterung kann Zahnprobleme begünstigen. Um Erkrankungen der Zähne vorzubeugen, sollten Sie Ihren Tieren viel rohfaserreiches Futter (Heu zur freien Verfügung und strukturiertes Grünfutter) sowie Frischfutter und wenig Trockenfutter anbieten.
Erste Anzeichen für Zahnprobleme können sein:
Zwangsernährung:
Kranke Kaninchen, die keine Nahrung mehr aufnehmen, müssen vorübergehend zwangsernährt werden. Hierfür kann z.B. Critical Care (ein pulverisiertes Futtermittel, das beim Tierarzt erhältlich ist) mit Wasser angerührt werden (siehe unten). Zum Verabreichen des Futterbreies wird eine 1-ml-Spritze (ohne Nadel) verwendet.
Das Kaninchen kann in Rückenlage auf dem Arm gehalten werden, während die Spritze von der Seite hinter die Zähne geschoben wird. Der Futterbrei wird langsam ins Maul gegeben. Trinkt Ihr krankes Kaninchen nicht selbstständig, muss ihm zusätzlich regelmäßig etwas Wasser oder eventuell Fencheltee eingeflößt werden.
Was gehört in die Notfallapotheke:
Citical Care: Hierbei handelt es sich um ein Futtermittel, das bei der Zwangsernährung eingesetzt wird. Eine Zwangsernährung ist nötig, wenn die Tiere aufgrund einer Erkrankung oder nach einer Operation keine Nahrung mehr zu sich nehmen. Critical Care ist beim Tierarzt erhältlich. Zur Verabreichung wird z.B. 1 gestrichener Esslöffel Pulver mit 1,5 Esslöffel handwarmem Wasser vermischt. Ist der Futterbrei zu dickbreiig, können Sie handwarmes Wasser zumischen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Bei einem etwa 2 kg schweren Kaninchen sollten etwa alle drei Stunden ca. 1 - 2 Esslöffel Futterbrei verabreicht werden.
Bird Bene Bac: Bird Bene Bac besteht aus lebenden, gefriergetrockneten Bakterienkulturen, die im gesunden Dickdarm vorkommen. Bei Futterumstellung, Durchfall oder Stress gerät die natürliche Darmflora durcheinander. Mit Hilfe von Bird Bene Bac kann versucht werden, den Darm wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Kaninchen bekommen davon bei akuten Durchfallbeschwerden 2 x täglich eine erbsengroße Menge, bei Futterumstellung oder Stress 1 x täglich eine linsengroße Menge.
Sab Simplex: Bei Magen-/Darmproblemen (z.B. Blähungen) können einige Tropfen Sab Simplex verabreicht werden. Die Medikation erfolgt etwa 3 - 5 x täglich, wobei zwischen 0,4 - 1 ml mit der gleichen Menge Wasser vermischt werden. Sab Simplex wird auch in der Humanmedizin eingesetzt.
Rodikolan: Dieses Ergänzungsfuttermittel kann zur Unterstützung der Verdauungsvorgänge bei Magen-/Darmproblemen (z.B. Verstopfungen) direkt in das Maul oder über das Futter gegeben werden. Es enthält u.a. Lein- und Rapsöl sowie Extrakte verschiedener Heilpflanzen. Kaninchen erhalten 3 x täglich 7 – 10 Tropfen.




